Gefährdungsbeurteilung

Das wichtigste Instrument für Sicherheit und Gesundheit

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die DGUV Vorschrift 1 verpflichten die Arbeitgeber zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung wird ermittelt und festgelegt, welche Maßnahmen erforderlich sind, damit Arbeitnehmer sicher und gesund arbeiten können.

Das müssen Sie bei der Umsetzung beachten

Es gibt keinen allgemein gültigen Weg für die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung. Methodik, Prozess und Umfang sind immer an die konkrete Situation im Betrieb gebunden und können somit auch nicht von vorn herein festgelegt werden. Vom Gesetzgeber wird deswegen die nachvollziehbare Dokumentation des Prozesses, der Ergebnisse und der Wirksamkeitskontrolle der Maßnahmen gefordert.

  • Es müssen alle arbeitsbedingten Faktoren berücksichtigt werden, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gefährden.

Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch

  • die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,
  • physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
  • die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,
  • die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
  • unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten,
  • psychische Belastungen bei der Arbeit.
  • Mit den sieben Schritten der Gefährdungsbeurteilung halten Sie auch die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes ein.

Bei der Gefährdungsbeurteilung geht es darum, für jede festgestellte Gefährdung das von dieser ausgehende Gesundheitsrisiko abzuschätzen und eine Bewertung vorzunehmen, ob und wie dringlich Handlungbedarf besteht. Die Gefährdungsbeurteilung setzt deswegen eine gute Planung und Vorbereitung voraus - nur so können alle relevanten Gefährdungen für alle Arbeitssysteme und der darin anfallenden Tätigkeiten systematisch erhoben und bewertet werden.

In einer Übersicht haben wir die wichtigsten Schritte der Gefährdungsbeurteilung zusammengefasst.

  • Bei der Auswahl vom Maßnahmen haben Arbeitgeber nach den Vorgaben im Arbeitsschutzgesetz immer die wirksamsten Maßnahmen zu treffen.

Gefahren muss man an der Quelle beseitigen oder abmindern. Ergänzende organisatorische und personenbezogene Maßnahmen folgen erst dann und in dieser Reihenfolge, wenn technische Maßnahmen nicht zur Beseitigung der Gefahr führen. Dafür steht das T-O-P Prinzip im Arbeitsschutz. Es bringt auch die Wirksamkeit von Maßnahmenklassen in eine Rangreihenfolge. Am wirksamsten sind die technischen Maßnahmen (T), sie sind den organisatorischen (O) und personenbezogenen (P) Maßnahmen vorzuziehen.

Ob eine Maßnahme wirksam ist, können die betrieblichen Experten für Sicherheit und Gesundheit einschätzen: Die Fachkräfte für Arbeitsicherheit und die Betriebsärzte. Sie beraten die Arbeitgeber weisungsfrei, zum Beispiel bei der Auswahl der geeigneten Maßnahmen. Verantwortlich für die Auswahl und Umsetzung der Maßnahmen bleiben die Arbeitgeber.

Handlungshilfen

Nutzen Sie die Software: GefBU

Die Unfallkasse Sachsen unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe durch die Bereitstellung der kostenlosen Software „GefBU“, mit deren Hilfe Gefährdungsbeurteilungen systematisch elektronisch erstellt, verwaltet und verteilt werden können. Sie können die Software über das Kompendium Arbeitsschutz abrufen

Besuchen Sie unsere Seminare

Wir thematisieren die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung, je nach Branche, in fast allen unserer Seminare. Informieren Sie sich im Seminarplan oder auf den Themenseiten der jeweiligen Branche.
Zur Seminardatenbank

Portal der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Eine umfangreiche Sammlung von Informationen zu Gefährdungsfaktoren, Durchführungsmethoden und andere Handlungshilfen stellt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf www.gefaehrdungsbeurteilung.de.
 

Ansprechpersonen:

Bei Fragen zur Gefährdungsbeurteilung wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Aufsichtsperson.

Unfallkasse Sachsen
Rosa-Luxemburg-Str. 17a
01662 Meißen
Tel.: 03521 724-0